Im Vergleich zu der Herbstsaison sticht im Frühjahr eine große Veränderung heraus: Von einer aggressiven, auf frühes Stören und schnelles Umschalten ausgerichteten 4-3-3-Formation haben wir ab dem zweiten Spiel in der Vorbereitung auf ein kompakteres 3-5-2 umgestellt. Zwei Gründe waren dafür entscheidend. Der erste Grund war taktischer Natur. Wir hatten das Gefühl, dass unsere Mitte oft zu leicht von den Gegnern durchspielt wurde, daher verstärkten wir diese mit einer Formation in der theoretisch 8 von 10 Feldspielern im Spielzentrum verteidigen können. Der zweite und viel wichtigere Grund war aber, dass die einzelnen Positionen viel besser zu den Spielern in der Mannschaft passen, wir dadurch also alle besser fördern können.

Bereit im ersten Saisonspiel gegen den Tabellenführer Mannsdorf ließ sich von außen eine deutlich kompaktere Mannschaft erkennen. Leider mussten wir in diesem Spiel aus dem Minimum an Chancen der Gegner ein 0:5 in Kauf nehmen. Nichtsdestotrotz waren wir zufrieden mit den Fortschritten, die zu beobachten waren.

Von den drei Siegen, die wir danach gegen Stripfing, Hausbrunn und Wilfersdorf holen konnten waren wir selbst etwas überrascht. Hatten wir doch noch im Herbst gegen alle drei Teams verloren. Die neue Kompaktheit half uns, nicht von den einzelnen individuell starken Spielern dieser drei Teams überlaufen zu werden. Zusätzlich dazu konnten wir unsere Stärke zeigen, nie aufzugeben. Gegen Stripfing entstand ein sehr körperliches Spiel, in dem wir gut dagegenhielten. Hausbrunn ging mit 1:0 in Führung, wir holten mit zwei Distanzschüssen auf 1:2 auf. Im Spiel gegen Wilfersdorf bekamen zwei unserer Spieler eine blaue Karte, trotzdem konnten wir in der letzten Minute den Siegestreffer erzielen.

Nach dem Hoch dieser drei Spiele wurden wir von zwei Niederlagen auf den Boden zurückgeworfen. Zuerst verloren wir das Derby gegen Ulrichskirchen verdient mit 1:3, dann kam eine 2:7-Ohrfeige gegen Lassee. Diese beiden Spiele waren im Rückblick wichtig, da wir als Trainerteam die Schwächen sehen konnten, die unsere Mannschaft noch immer hatte. Im Anschluss daran legten wir die Schwerpunkte fest, die wir auch im Laufe der restlichen Saison immer wieder aufgreifen sollten: Kommunikation, Aufbauspiel und Kompaktheit im Angriff und der Verteidigung.

Nach einem verdienten Sieg im nächsten Spiel gegen Hohenau folgte unser Teambuilding-Wochenende. Nach dem Training am Freitag folgte am Samstag ein Teambuilding-Tag mit einem Taktik-Workshop unter LAZ Trainer und Sportpsychologe Wolfgang Treipl sowie einem Ausflug zum Fußballgolfen in Stockerau. Mit dem zusätzlichen Antrieb aus diesen beiden Tagen reisten wir leider mit nur 13 Spielern zum ungeschlagenen Tabellenführer Mannsdorf. Mit einer unserer besten Leistungen überhaupt konnten wir früh in Führung gehen und den Vorsprung in der zweiten Hälfte auf 3:0 ausbauen. Den Mannsdorfern gelang nur noch ein Anschlusstreffer. Damit ging das Spiel mit einem 3:1-Sieg für uns zu Ende. Das ganze Team, von der Doppelspitze bis zum Torhüter, warf den Gegnern über 80 Minuten alles entgegen, was es hatte.

Auf den überragenden Sieg folgte leider eine hohe Niederlage gegen Stripfing, darauf kam ein hoher Sieg gegen Hausbrunn. An den Ergebnissen konnte man merken, dass die Konzentration, die zu Beginn der Saison definitiv vorhanden war, bereits zu schwinden begann.

Ein letztes Aufbäumen hatten wir aber noch zu bieten. Nach der ersten Hälfte lagen wir gegen Wilfersdorf mit 1:3 hinten, vermutlich unsere schwächste Hälfte diese Saison. Bis zur 75. Minute plätscherte das Spiel unter demselben Stand vor sich hin. Als unsere Gegner einen Elfmeter zugesprochen bekamen, war es bereits fast schon vorbei. Dass unser Torhüter den Ball halten konnte, weckte aber wieder unseren Comeback-Geist. Innerhalb von 4 Minuten schossen wir die zwei Tore, die dafür sorgten, dass am Ende des Spiels wieder keine Niederlage zu Buche Stand.

Insgesamt ist es offensichtlich, dass wir in dieser Saison nicht nur einen großen Entwicklungsschritt gemacht haben, sondern uns auch deutlich besser entwickelt haben als viele unserer Gegner. Die bessere Platzierung, bessere Tordifferenz und die einzelnen Ergebnisse belegen das auch mit Zahlen. Im neuen System hat jeder Spieler einen oder mehrere Plätze gefunden, in den unterschiedlichen Phasen konnten sich immer wieder verschiedene Spieler auszeichnen. Nach einer langen Saison gehen wir in die verdiente Sommerpause im Juli. Die Vorbereitungen für nächste Saison laufen allerdings schon. Wir hoffen dass wir dann auch eine ähnliche Leistungssteigerung schaffen.

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